„Menschenrechte vor Wirtschaftsinteressen“

Sacha Stawski als letzter Redner verlas noch die am Vortag vom Zentralrat der Juden veröffentlichte eine eigene Anzeigenkampagne zur Thematik: „Wir fordern die Bundesregierung und die europäische Wertegemeinschaft deshalb auf:
– Menschrechte vor Wirtschaftsinteressen
– keine Kompromisse bei Atomwaffen für den Iran
– Europa muß mit einer Stimme sprechen
– Unterstützung für die politische Oppostion im Iran
– Und lassen Sie nicht zu, daß das Existentrecht Israels in Frage gestellt wird.

Die gesamte Rede hier: Sacha Stawski 28.01.07

Markus Löning – MdBT, FDP – 28.01.2007

Die Rede von Markus Löning war ein besonders wichtiger „auf den Punkt“ gesetzter Beitrag. Daher ist er hier in voller Länge wiedergegeben
Er sprach frei – ohne gedrucktes Konzept. Da ich die Veranstaltung gefilmt habe, konnte ich seine Rede abschreiben:

„Meine Damen und Herren, liebe Freunde, wir demonstrieren hier gegen die Politik von Präsident Ahmadinedschad, der in seinem Land die Menschenrechte aufs Gröbste verletzt, wo Jugendliche hingerichtet werden und Regimegegner, die sich trauen ihre Meinung zu sagen, die für die Freiheit ihres Volkes eintreten im Gefängnis landen, gefoltert werden, hingerichtet werden. Wir demonstrieren hier um zu sagen, dass wir das nicht akzeptieren, und das wir das nicht wegschauen, wenn die Menschenrechte im Iran so mit Füßen getreten werden. Und, meine Damen und Herren, wir demonstrieren hier, weil wir nicht akzeptieren, dass ein Präsident mit Antisemitismus und mit Rassisimus und mit Kriegshetzerei die Situation immer weiter verschärft.

Meine Damen und Herren, es ist unerträglich. Die Weltgemeinschaft, wir als Europäer ganz besonders, müssen mit allem Nachdruck diese Kriegshetzerei und den Antisemitismus von Präsident Ahmadinedschad mit aller Entschiedenheit zurückweisen. Es ist Ahmadinedschad nicht nur eine Gefahr für Israel. Herr Ahmadinedschad ist eine Gefahr für die ganze Region, für uns Europäer genau so wie für die im Nahen Osten, meine Damen und Herren. Deshalb gilt unsere Solidarität Israel. Wir stehen hier, weil wir sagen, Israel hat ein Recht auf sichere Existenz und es hat ein Recht auf die Solidarität von uns Europäern. Wir stehen zu Israel und zur Sicherheit Israels in seinen Grenzen. Und wir verlangen von der Bundeskanzlerin als Präsidentin des Europäischen Rates: Frau Merkel, zeigen Sie Entschlossenheit gegenüber Ahmadinedschad. Machen Síe klar, daß wir Europäer nicht bereit sind, ihn und seine Politik in irgendeiner Form zu akzeptieren. Wir werden alles tun, um zu verhindern, dass der Iran die Bombe bekommt und weiter seine Nachbarn bedroht. Vielen Dank.“

Melody Sucharewicz, Moderatorin der Kundgebung, dankte Markus Löning für seine „kraftvollen, wichtigen  und richtigen Worte“.

Über die Demo in Berlin am 28.01.2007

Ein kleines aber hartnäckiges Problem verhinderte, schneller über den Verlauf am 28.01.07 in Berlin zu berichten. In Honestly-Concerned wurden die Reden von Dr. Matthias Küntzel und Sascha Stawski bereits am Montag veröffentlicht. ILI wird im Laufe dieser Woche nachziehen. Die Rede von Markus Löning, MdBT-FDP ist hier nachzulesen.

Eine Reihe prominenter Redner musste wegen des Regens ihre Beiträge kürzen. Genannt seien hier: Andreas Wittenzelner von der Gruppe Am Echad aus München, Dr. Matthias Küntzel, Politikwissenschaftler und Publizist. Er ist research associate am Vidal Sassoon Internatinal Center for the Study of Antisemitism (SICSA) an der Hebrew University zu Jerusalem. Sacha Stawski, Honesly Concerned, Ron Teichler aus Israel und Markus Löning, Mitglied des Deutschen Bundestages (FDP), eine Abordnung des Jüdischen Studentenbundes in Deutschland und ein Repräsentant der Iranischen Exilgruppe (CPI).

Matthias Küntzel / DR. Leo Sucharewicz / Markus Löning /

Da ich selbst, wegen des Filmens am vorderen Ende des Zuges war bekam ich nur sehr spät mit, daß die Anzahl der Teilnehmer doch, wie von Beobachtern beschrieben, langsam zunahm und am Ende auf 2000 geschätzt wurde.
Laut einer Kurzzusammenfassung am Montag von Honestly-Concerned hatten sich an diesem Ort „Juden, Christen, Muslime und Atheisten – unter ihnen u.a. Deutsche, Schweizer, Österreicher, Amerikaner, Staatenlos und Iraner eingefunden.“

Auf jeden Fall war es doch ein wunderbares Bild, in dem grauen verregneten Berlin das auffällige weiß-blaue Leuchten der Israel- und farbfrohen iranischen Fahnen und vieler bunter Transparente zu sehen.

 

In der Reihe fiel mir immer wieder eine einzelne, schon recht betagte Diakonisse mit ihrer weißen Haube und einer Magen David Flagge in der Hand tragend auf. Mit stark gebeugtem Rücken lief sie wie ein Wiesel ohne Schirm in der Gruppe mit, und da sie bei der Kundgebung dicht neben mir stand konnte ich ein um das andere mal sehen wie sich mit einem kleinen vorangehenden Lächeln, welches wohl Einverständnis bedeutete, ihr Mund zu einem zu einem stummen, bestätigenden „ja“ öffnete. Schön, daß ich das auf meinem Film festhalten konnte.

Melody Sucharewicz zum Abschluß : „Wir sollten keinen Event, keine Veranstaltung und schon gar keine Demonstration für Demokratie und Freiheit und Menschlichkeit und Humanität beenden, ohne einen Moment an unsere drei Soldaten zu denken: Eldad Regev, Ehud Goldwasser und Gilad Shalit. Wir tragen sie im Herzen und erwarten sie zu Hause in Israel. Und Ron Arad selbstverständlich und die vielen anderen auch.“
Die gemeinsam gesungene israelischen Nationalhymne „Hatikwa“ setzte den Schlusspunkt zu einer sehr gut organisierten, und mit inhaltlich ausgezeichneten Beiträgen ausgestatteten Kundgebung zum Thema:
Solidarität mit Israel. Stoppt Ahmadinedschad!

Eine Anmerkung der Verfasserin dieses Beitrags zum Schluß: warum stand trotz schlechtem Wetter vor den „drei Nullen“ eine „zwei“ und nicht eine „fünf oder sogar „sechs“ oder sogar eine „zehn“ (10.000)? Warum sind es auch heute wieder nur so wenige denen „äußere Bedingungen schon gar nicht“! eine Grenze setzen können, um bei so derartig relevanter Thematik für Israel und letztendlich uns alle „Gesicht zu zeigen“?

Botschaft des Staates Israel-Berlin – Großdemo-28.01.07

Newsletter vom 26. Januar 2007

Deutsche demonstrieren gegen Politik Ahmadinedschads
Zentrale Demonstration gegen die Politik Ahmadinedschads

Berlin, 28. Januar 2007 (Sonntag)
Beginn: Alexanderplatz, 15 Uhr
Abschlusskundgebung am Denkmal für die Ermordeten Juden Europas

Organisatoren: ILI I like Israel e.V. und Honestly Concerned, gemeinsam mit 60 anderen Organisationen

Mehr Informationen und Kontakt: http://www.il-israel.org/demo.html

Anmerkung AhuvaIsrael: in der Zwischenzeit sind es 90 Organisationen – erwartet werden 100 Organisationen